Mindestlohn
bleibt auf der Tagesordnung
Zu Medienberichten, nach denen sich Gewerkschafts- und
SPD-Spitze geeinigt haben, die Einführung gesetzlicher
Mindestlöhne vor der Bundestagswahl nicht mehr anzustreben,
erklärt die ver.di Betriebsgruppe bei Otto (GmbH & Co KG):
Der
gesetzliche Mindestlohn ist ein sofortiges Muss und darf nicht
auf die lange Bank geschoben werden. Mit Hartz IV droht eine
weitere Absenkung im Niedriglohnbereich mit allen fatalen Folgen
-
für die
Betroffenen,
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die
sozialen Sicherungssysteme und
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die
Binnenkaufkraft.
Der heue
bereits existierende Niedriglohnsektor übt einen gewaltigen
Druck auf die bestehenden tariflichen Arbeitsverhältnisse aus
(z.B. Schließung von 6 Otto Kundencenter, ausgliedern der
Lagerbetriebe in der niedrigeren Logistiktarif).
Ohne
gesetzliche Regelung droht den Löhnen in Deutschland eine
Abwärtsspirale bis unter das Existenzminimum
Wer da wirksam
gegensteuern will, kommt um einen Mindestlohn nicht herumkommen.
Mindestlöhne
gibt es ihn in zahlreichen Ländern der EU, ohne dass dort die
Wirtschaft zusammengebrochen ist, wie von den deutschen
Mindestlohn-Gegnern suggeriert wird.
Das Einknicken
von SPD-Chef Müntefering und DGB-Chef Sommer vor
der Wirtschaft
geht zu Lasten aller Betroffenen. Der Versuch, nun wenigstens
die Zumutbarkeitskriterien von Hartz IV an die ortsüblichen
Tarifverträge zu binden, ist vor dem Hintergrund der
Konzentration des "Förderns" auf Ein-Euro-Jobs eher
unglaubwürdig und hilflos.
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„Mindestlohn bleibt auf der Tagesordnung“ Das sagte der
Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
Franz-Josef Möllenberg am 29. Noevember 2004 im
Deutschlandfunk. Gerade der Dienstleistungsbereich brauche
Schutzbestimmungen.
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Der
Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und
Arbeit, Rainer Wend (SPD) sagte der "Berliner Zeitung". "Ich
glaube, dass in den nächsten Monaten deutlich wird, dass man
am Ende um einen Mindestlohn nicht herumkommt", Als Gründe
nannte Wend die zunehmende Abkehr von Tarifverträgen und den
steigenden Druck auf unterste Tariflöhne.
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Der
ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sagte: "Wir brauchen die
Diskussion. Arbeit darf nicht arm machen. Diese Diskussion
muss geführt werden - und dafür ist der gesetzliche
Mindestlohn das richtige Mittel."
Weiterführende
Informationen zum Thema Mindestlohn
Beitrage zur Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn
„Arbeit darf nicht arm machen“
'Gesetzliche Mindestlöhne sind nicht beschäftigungsfeindlich'
Wuppertal, 16. September 2004 – Als Folge von Hartz IV und den
verschärften Zumutbarkeitsregeln droht den Löhnen in Deutschland
eine Abwärtsspirale. Gesetzliche Mindestlöhne könnten
gegensteuern, meint der Wirtschaftswissenschaftler Ronald
Schettkat. In einem Gespräch mit verdi.de erläutert der
Professor an der Bergischen Universität Wuppertal die
Erfahrungen, die zum Beispiel die USA oder Großbritannien mit
gesetzlichen Mindestlöhnen gemacht haben.
Mindestlöhne
stoppen Lohndumping
Für den Lohnforscher Claus Schäfer sind gesetzliche Mindestlöhne
in Deutschland angesichts des längst existierenden
Niedriglohnsektors überfällig