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Ausgabe Nr.1
August/September 2001

Konzentrierte Gewerkschaftsarbeit bei OTTO weiterhin gewährleistet
Tarifpolitik am Beispiel „Callcentertarifvertrag"
Tarifvertrag zur Altersvorsorge
Das war die Tarifrunde 2001
Feueralarm!  ÜBUNG!
Echter Alarm in der RT,  im HEW-Gebäude
Nachruf
 
 


Das war die Tarifrunde 2001:

Unsere Forderungen waren:
Tariferhöhungen um 5%
Tarifvertrag zur Altersvorsorge
HVV-Großabo mit Arbeitgeberzuschuss für Auszubildende

1) Zum Verständnis:

„Wie funktioniert die Tarifarbeit"
Aus den Wirtschaftsdaten, den Zukunftsprognosen und dem Produktivitätszuwachs ergeben sich die Tarifforderungen d.h.:
Gewerkschaftsforderungen sind kein Fantasieprodukt
Arbeitgeberverbände bewerten Prognosen in ihrem Interesse, um die Tarifergebnisse möglichst niedrig zu halten.
Zwischen diesen Einschätzungen, zwischen den Forderungen und den Angeboten liegt der Verhandlungsspielraum.
Zur Einschätzung der „Machbarkeit" gehören:
Verhandlungsgeschick und die Machtverhältnisse: Stärke der Arbeitgeberverbände kontra Organisationsgrad der Arbeitnehmer.

2) Der Start in die Tarifrunde 2001:

Montag, den 14. Mai endlich die erste Verhandlungsrunde! Die alten Tarifverträge waren schon ausgelaufen, in den meisten anderen Bundesländern wurde schon ein oder zweimal verhandelt. Es begann mit der Frage, wer denn nun Verhandlungspartner ist - DAG, HBV, oder schon ver.di - man wolle doch wissen, „mit wem man es zu tun hat" ..... Wir erklärten die Situation und fragten, was man uns für ein Tarifangebot machen wolle.
Die unerhörte Antwort: „Wir sind noch dabei, unseren Verhandlungsrahmen auszuloten."
(Die Arbeitgeber hatten so gründlich vorbereitet, wie wir und kannten ihren Verhandlungsrahmen) Dann kam eine Aussage, die dümmer nicht hätte ausfallen können: „Ja können Sie sagen, wie verlässlich die Prognosen sind ?"

Wenn man immer von Verhandlungspartnern und von gegenseitiger Achtung spricht: „Ist diese Vorgehensweise nicht eine reine Missachtung der Interessen der Beschäftigten?"

3) Der Verlauf:

In Hamburg schien es für unsere Mitglieder alles ganz ruhig zu sein. Der Schein trügt!
Mit der Globalisierung denken auch wir in größeren Räumen - während in Hamburg verhandelt wurde, streikten die Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesländern. Es gab ständige Kontakte.
Am 18.06. zeigten wir den Arbeitgebern, dass wir ohne große Anstrengungen in der Lage sind, aus dem Stand heraus, Kolleginnen und Kollegen zu mobilisieren!
Auf einem kleinen Handzettel für die Vertrauensleute stand nur: Wir brauchen eure sichtbare Unterstützung!
Wir wollen die Arbeitgeber alle gemeinsam vor dem Tagungslokal empfangen.
Diese spontane Solidaritätsaktion hat Eindruck gemacht. Man wusste, dass wir zu mehr fähig wären !

4) Das Ergebnis am 21.Juni:

1. Löhne und Gehälter werden ab 1.Mai um 2,7% angehoben,
2. Das Urlaubsgeld 2002 steigt um 2,75%,
3. Anhebung der Auszubildendenvergütung + DM 20,- Fahrgeldzuschuss,
4. Vertrag zur tariflichen Altersvorsorge,
5. Keine Verschlechterung der untersten Lohngruppe und der Gehaltsgruppe G3, wie von den Arbeitgebern geplant.

Ohne die Streiks in Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wären wir nicht so weit gekommen!

(Darüber sollten sich die unorganisierten Kolleginnen und Kollegen einmal Gedanken machen und sich fragen, ob ihnen klar ist, welche unbewusste Bremserfunktion sie durch die noch fehlende Solidarität einnehmen ...)

 
 
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