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Das war die Tarifrunde 2001:
Unsere Forderungen waren:
Tariferhöhungen um 5%
Tarifvertrag zur Altersvorsorge
HVV-Großabo mit Arbeitgeberzuschuss für Auszubildende
1) Zum Verständnis:
Wie funktioniert die Tarifarbeit"
Aus den Wirtschaftsdaten, den
Zukunftsprognosen und dem Produktivitätszuwachs ergeben sich
die Tarifforderungen d.h.:
Gewerkschaftsforderungen
sind kein Fantasieprodukt
Arbeitgeberverbände
bewerten Prognosen in ihrem Interesse, um die Tarifergebnisse möglichst
niedrig zu halten.
Zwischen diesen
Einschätzungen, zwischen den Forderungen und den Angeboten liegt der
Verhandlungsspielraum.
Zur Einschätzung der
Machbarkeit" gehören:
Verhandlungsgeschick und die Machtverhältnisse:
Stärke der Arbeitgeberverbände kontra Organisationsgrad der
Arbeitnehmer.
2) Der Start in die Tarifrunde 2001:
Montag, den 14. Mai endlich die
erste Verhandlungsrunde! Die alten Tarifverträge waren schon ausgelaufen, in
den meisten anderen Bundesländern wurde schon ein oder zweimal
verhandelt. Es begann mit der Frage, wer denn nun Verhandlungspartner ist - DAG, HBV, oder schon ver.di
- man wolle doch wissen, mit wem man es zu
tun hat" ..... Wir erklärten die Situation
und fragten, was man uns für ein Tarifangebot machen wolle.
Die unerhörte Antwort:
Wir sind noch dabei, unseren
Verhandlungsrahmen auszuloten."
(Die Arbeitgeber hatten so
gründlich vorbereitet, wie wir und kannten
ihren Verhandlungsrahmen) Dann kam eine Aussage, die dümmer nicht hätte
ausfallen können: Ja können Sie
sagen, wie verlässlich die Prognosen sind ?"
Wenn man immer von Verhandlungspartnern und von gegenseitiger
Achtung spricht: Ist diese Vorgehensweise nicht eine reine Missachtung der
Interessen der Beschäftigten?"
3) Der Verlauf:
In Hamburg schien es für unsere
Mitglieder alles ganz ruhig zu sein. Der Schein trügt!
Mit der Globalisierung denken auch
wir in größeren Räumen - während
in Hamburg verhandelt wurde, streikten die Kolleginnen und Kollegen in
anderen Bundesländern. Es gab ständige Kontakte.
Am 18.06. zeigten wir den
Arbeitgebern, dass wir ohne große Anstrengungen in der Lage sind, aus dem
Stand heraus, Kolleginnen und Kollegen zu mobilisieren!
Auf einem kleinen Handzettel für
die Vertrauensleute stand nur: Wir brauchen eure sichtbare Unterstützung!
Wir wollen die Arbeitgeber alle
gemeinsam vor dem Tagungslokal empfangen.
Diese spontane Solidaritätsaktion
hat Eindruck gemacht. Man wusste, dass wir zu mehr fähig wären !
4) Das Ergebnis am 21.Juni:
1. Löhne und Gehälter werden
ab 1.Mai um 2,7% angehoben,
2. Das Urlaubsgeld 2002 steigt
um 2,75%,
3. Anhebung der
Auszubildendenvergütung + DM 20,- Fahrgeldzuschuss,
4. Vertrag zur tariflichen
Altersvorsorge,
5. Keine Verschlechterung der
untersten Lohngruppe und der Gehaltsgruppe G3, wie von den
Arbeitgebern geplant.
Ohne die Streiks in
Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wären wir nicht
so weit gekommen!
(Darüber sollten sich die
unorganisierten Kolleginnen und Kollegen einmal Gedanken machen und sich fragen,
ob ihnen klar ist, welche unbewusste Bremserfunktion sie durch die
noch fehlende Solidarität einnehmen ...)
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