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Wie hoch wird „Sicherheit“ bewertet?
Unsere
Sicherheit ist so wichtig, daß sie stets hinterfragt werden muß – Antworten dürfen nicht durch persönliche Eitelkeiten
beeinflußt werden.
Ohne den Mut, auch Fehler zuzugeben, sind alle Antworten fragwürdig !
Wir fordern die optimale Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Personen und ehrliches Zugeben von Pannen, statt Schönrederei. Wir haken nach, denn: „Wir haben Rückgrat
!“
Die folgenden Beispiele belegen, wie nötig diese Forderung ist.
1) Der Bericht im ersten „PULSSCHLAG“ über den
Räumungsalarm in der RT:
2 Kolleginnen berichteten über Mängel bei einer Räumungsübung, wie sie es erlebten: „Teilweise wurde der Alarm
garnicht gehört. Man stelle sich den Ernstfall vor!“ .......
Eine interne Untersuchung gipfelt in einem fragwürdigen Bericht. Sinngemäßer Inhalt: Alles lief prima ....... es wurde lediglich festgestellt: „Schwierigkeiten mit der Erkennung der Räumung gab es, da diverse Alarmgeber ... nicht mehr funktionsfähig sind“ .. ansonsten war die Aktion ein voller Erfolg.......
Was soll diese Aussage ? Kann man nicht offen sagen:
„Die Übung hat Schwachpunkte
aufgedeckt“
?
Nichts anderes sagte der Artikel aus.
2) Wie ernst werden die
Etagenbeauftragten eigentlich genommen ?
Die Etagenbeauftragten sind die Personen, die durch ihren
Einsatz dafür sorgen, daß im Notfall jeder sicher ins Freie gelangt und der Überblick über die voll-ständige Belegschaft erhalten bleibt. Sie machen mit allen
neuen Kolleginnen und Kollegen Rundgänge, zeigen Notausgänge und Sammelpunkte.
Kürzlich fragt eine Etagenbeauftragte, was die
Abteilungsbezeichnungen auf dem Parkplatz Haldesdorfer Straße
bedeuten...... danach erst hing ein neuer Sammelpunkte-Plan am schwarzen Brett, der am
gleichen Abend kopiert und an alle Anwesenden verteilt wurde.....
Nicht die Frage einer Etagenbeauftragten nach den neuen
Markierungen kommt verspätet, es muß vielmehr die Frage muß gestellt werden:
“Warum
wurden die Etagenbeauftragten nicht zuerst informiert?“
3) Notausschalter, die nicht betätigt werden sollen....
Kolleginnen aus der neuen
Retourenstelle berichten, daß sie die Notausschalter nicht betätigen sollen ....... Begründung: „Wenn die Anlage abgeschaltet wird, hat die EDV alle auf der Förderstrecke befindlichen und schon eingescannten Artikel vergessen – dann muß alles manuell wieder
heruntergenommen werden!“
Ist das die Möglichkeit? Da wird eine riesige Anlage in Betrieb genommen, obwohl es noch ein EDV-technisches Problem gibt. Deshalb sollen alle die Finger vom Notaus lassen?
Mein Verständnis von Sicherheitsschaltern:
„Bei der
kleinsten Gefahr wird Notaus gezogen!“
4) Ein Fall von verweigerter Zusammenarbeit ...
Eine Person im OV, die auch mitverantwortlich ist für die
sichere und gesunde
Arbeitsplatzgestaltung wurde von mir bereits mehrfach darauf
hingewiesen, daß bei allen Projekten, die Behinderte betreffen, oder auch nur betreffen können, der
Schwerbehindertenvertrauensmann einzubeziehen ist – das ist gesetzlich festgelegt! Auf meine Argumente hin hat die betreffende Person nicht
reagiert, oder ist ausgewichen. Ein klärendes Gespräch kam bisher nicht zustande.
Weil es mir um die Sache und nicht um persönliche (Miß-) Achtung geht, nenne ich bewußt keinen Namen – jeder muß die Chance haben, Fehler zu
korrigieren. Eines muß ich für mich feststellen:
„Als gewählter Schwerbehindertenvertreter und Betriebsrat bin ich im Wort meiner Wählerinnen und Wähler – künftig wird Klartext geredet – ich werde mich nicht zum Verräter einer guten Sache machen lassen !“
5) Der tragische Todesfall in der neuen Retourenstelle
Keine Spekulation über den schrecklichen, tödlichen Unfall. Der Vorfall hat alle getroffen und sehr betroffen gemacht. Nur eine Anmerkung sei hier erlaubt:
„Gleichgültig, ob es eine Vorschrift dafür gibt, oder nicht: Es gibt automatische
Notausschalter.“
Die schalten jedes Gerät aus, sobald jemand in eine
gefahrgeneigte Zone eindringt. Diese verteuern zwar Anlagen, sorgen evtl. für Stillstände, sie bringen aber eine unbezahlbare
Sicherheit ! Nachträglicher Einbau ist zwar teurer, als gleich
mit geplante Sicherheit – aber hier ist so eine Schutzschaltung sicher angebracht - oder warum hängen dort, wo auch gewerbliche Mitarbeiter anfangs
hin mußten, heute Ketten und Zugangsverbotsschilder?
Damit kein falscher Eindruck entsteht: dieser Artikel will keineswegs sagen, bei Otto sei alles schlecht – er zeigt nur, an welchen Punkten noch Handlungsbedarf
besteht.
Joachim Lamps
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