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Ausgabe Nr.2
Dezember 2001

Die BR-Wahlen 2002 werfen ihre Schatten voraus.
Neuer KC-Tarifvertrag für den Hamburger Einzelhandel
Wie hoch wird Sicherheit bewertet?
Nachruf
Vermischtes
 
 


Wie hoch wird „Sicherheit“ bewertet? 

Unsere Sicherheit ist so wichtig, daß sie stets hinterfragt werden muß – Antworten dürfen nicht durch persönliche Eitelkeiten beeinflußt werden.
Ohne den Mut, auch Fehler zuzugeben, sind alle Antworten fragwürdig ! 
Wir fordern die optimale Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Personen und ehrliches Zugeben von Pannen, statt Schönrederei. Wir haken nach, denn: „Wir haben Rückgrat !
Die folgenden Beispiele belegen, wie nötig diese Forderung ist.

1) Der Bericht im ersten „PULSSCHLAG“ über den Räumungsalarm in der RT:

2 Kolleginnen berichteten über Mängel bei einer Räumungsübung, wie sie es erlebten: „Teilweise wurde der Alarm garnicht gehört. Man stelle sich den Ernstfall vor!“ .......
Eine interne Untersuchung gipfelt in einem fragwürdigen Bericht. Sinngemäßer Inhalt: Alles lief prima ....... es wurde lediglich festgestellt: „Schwierigkeiten mit der Erkennung der Räumung gab es, da diverse Alarmgeber ... nicht mehr funktionsfähig sind“ .. ansonsten war die Aktion ein voller Erfolg.......
Was soll diese Aussage ? Kann man nicht offen sagen: 
„Die Übung hat Schwachpunkte aufgedeckt“ ?  
Nichts anderes sagte der Artikel aus.

2) Wie ernst werden die Etagenbeauftragten eigentlich genommen ?
Die Etagenbeauftragten sind die Personen, die durch ihren Einsatz dafür sorgen, daß im Notfall jeder sicher ins Freie gelangt und der Überblick über die voll-ständige Belegschaft erhalten bleibt. Sie machen mit allen neuen Kolleginnen und Kollegen Rundgänge, zeigen Notausgänge und Sammelpunkte.
Kürzlich fragt eine Etagenbeauftragte, was die Abteilungsbezeichnungen auf dem Parkplatz Haldesdorfer Straße bedeuten...... danach erst hing ein neuer Sammelpunkte-Plan am schwarzen Brett, der am gleichen Abend kopiert und an alle Anwesenden verteilt wurde.....
Nicht die Frage einer Etagenbeauftragten nach den neuen Markierungen kommt verspätet, es muß vielmehr die Frage muß gestellt werden: 
“Warum wurden die Etagenbeauftragten nicht zuerst informiert?“

3) Notausschalter, die nicht betätigt werden sollen.... 
Kolleginnen aus der neuen Retourenstelle berichten, daß sie die Notausschalter nicht betätigen sollen ....... Begründung: „Wenn die Anlage abgeschaltet wird, hat die EDV alle auf der Förderstrecke befindlichen und schon eingescannten Artikel vergessen – dann muß alles manuell wieder heruntergenommen werden!“
Ist das die Möglichkeit? Da wird eine riesige Anlage in Betrieb genommen, obwohl es noch ein EDV-technisches Problem gibt. Deshalb sollen alle die Finger vom Notaus lassen?
Mein Verständnis von Sicherheitsschaltern:

 „Bei der kleinsten Gefahr wird Notaus gezogen!“

4) Ein Fall von verweigerter Zusammenarbeit ...
Eine Person im OV, die auch mitverantwortlich ist für die sichere und gesunde Arbeitsplatzgestaltung wurde von mir bereits mehrfach darauf hingewiesen, daß bei allen Projekten, die Behinderte betreffen, oder auch nur betreffen können, der Schwerbehindertenvertrauensmann einzubeziehen ist – das ist gesetzlich festgelegt!  Auf meine Argumente hin hat die betreffende Person nicht reagiert, oder ist ausgewichen. Ein klärendes Gespräch kam bisher nicht zustande.
Weil es mir um die Sache und nicht um persönliche (Miß-) Achtung geht, nenne ich bewußt keinen Namen – jeder muß die Chance haben, Fehler zu korrigieren. Eines muß ich für mich feststellen: 
„Als gewählter Schwerbehindertenvertreter und Betriebsrat bin ich im Wort meiner Wählerinnen und Wähler – künftig wird Klartext geredet – ich werde mich nicht zum Verräter einer guten Sache machen lassen !“

5) Der tragische Todesfall in der neuen Retourenstelle
Keine Spekulation über den schrecklichen, tödlichen Unfall. Der Vorfall hat alle getroffen und sehr betroffen gemacht. Nur eine Anmerkung sei hier erlaubt:
„Gleichgültig, ob es eine Vorschrift dafür gibt, oder nicht: Es gibt automatische Notausschalter.“ 
Die schalten jedes Gerät aus, sobald jemand in eine gefahrgeneigte Zone eindringt. Diese verteuern zwar Anlagen, sorgen evtl. für Stillstände, sie bringen aber eine unbezahlbare Sicherheit ! Nachträglicher Einbau ist zwar teurer, als gleich mit geplante Sicherheit – aber hier ist so eine Schutzschaltung sicher angebracht - oder warum hängen dort, wo auch gewerbliche Mitarbeiter anfangs hin mußten, heute Ketten und Zugangsverbotsschilder?

Damit kein falscher Eindruck entsteht: dieser Artikel will keineswegs sagen, bei Otto sei alles schlecht – er zeigt nur, an welchen Punkten noch Handlungsbedarf besteht. 
Joachim Lamps

 
 
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