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Hallo, liebe Kollegin
und lieber Kollege,
Geht es dir auch oft so, dass du
dich am Mittwoch schon so fühlst wie am Freitag?
Die Glieder schmerzen, die
Augen sind geschwollen, der Körper ist schlapp, der Kopf ist leer, zu
Hause ist man genervt und streitet häufiger; und dann ist da noch dieses
Gefühl der Ohnmacht!
Dieses Gefühl, das man hat,
weil man wieder durch den Tag gehetzt wurde. Weil wieder Vorgesetzte
da waren, die einem sagen, dass man nicht schnell genug ist, dass
man nicht genug schafft, dass die Zeiten schlecht sind und man sich nach
der Decke strecken muss.
Du wirst gerügt, weil du zu oft
zur Toilette gehst, weil du eine Minute zu spät von der Pause kommst.
du musst Arbeit mitmachen, weil Kollegen krank sind, in Rente gehen
oder gekündigt haben und die Arbeitsplätze nicht neu besetzt
werden. Oder das du zur Arbeit kommst und nach einigen Stunden
aufgefordert wirst nach Hause zu gehen, am nächsten Tag nicht zur Arbeit
zu kommen brauchst, da zu wenig zu tun ist, die Arbeitszeitplanung
doch etwas anderes sagt!
Ohnmacht, weil du nicht NEIN
sagen magst um ja nicht unangenehm bei den Vorgesetzten aufzufallen!
Die Wut darüber, dass einige Vorgesetzte sogar versuchen solche Zeit
vom persönlichen Zeitkonto abzuziehen! Die Zeit, die du dir Stunde für
Stunde durch freiwillige Mehrarbeit zusammengespart hast. Und wenn viel
zu tun ist, machst du zu den angesetzten Mehrstunden auch noch
freiwillige Stunden, auch wenn es zu Hause mal wieder nicht so passt. Und
du hast schon lange kein
Dankeschön" mehr gehört oder ein
persönliches Wort.
Du ärgerst dich darüber, dass
ausländische Kollegen häufig schamlos ausgenutzt werden, weil sie
schlecht deutsch verstehen und sprechen.
Keine schlechte oder falsche
Informationen und auch noch Betriebszeitungen, die alles
schönschreiben. - So werden wir informiert!
Beugst du auch manchmal den
Kopf oder schaust weg, wenn Vorgesetzte vorbeikommen?
All das geht nicht nur dir so! Mir geht es ganz genauso!
Und als der Ärger fast
unerträglich war, habe ich durchgeatmet, den Kopf gehoben!
Es gibt doch Hilfe für die
Beschäftigten! Aus den eigenen Reihen gewählt! Die
Arbeitnehmervertretung! Der Betriebsrat!
Aber: Die Damen und Herren konnten oder wollten mir nicht
helfen! Verstehe ich auch irgendwie - bei den Betriebsvereinbarungen
der letzten Jahre! Scheinbar völlig verstrickt und verfangen im
Schmusekurs mit dem Arbeitgeber!
Ich habe aber Leute gefunden,
denen es so geht wie mir! In der Betriebsgruppe der Gewerkschaft.
Hier sind Kollegen organisiert, die nicht alles mit sich machen lassen wollen.
Wir wollen uns wehren! Wir sagen, dass die Gewerkschaft nicht
außerhalb des Betriebes das Grobe regeln soll, sondern im Betrieb die
Probleme aller und jedes einzelnen.
Wir sagen nicht, dass der
Betriebsrat eine soziale Feuerwehr sein muss.
Wir wollen soziale Brände
verhindern, bevor sie entstehen!
Wir glauben nicht an die große
Liste von Schönrednern!
Wir glauben nicht denen, die in
den letzten Jahren auch nichts bewirkt haben!
Wen wir noch brauchen? DICH! Deine Kritik und deine Anregungen!
Atme tief ein! Mach mit bei uns!
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