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Ausgabe Nr.4
August 2004

Der 19. Juli 2002, ein Freitag der besonderen Art - Streik bei OTTO
Es berichtet aus Billbrook, Peter Grußendorf
Es berichtet aus Bramfeld, Frühschicht, Tor 1, Winfried Hinz
Es berichtet aus Bramfeld, Spätschicht, Tor 2, Sylvia Jahn
Was lief alles bei OTTO nicht mehr?
Unsere Streiks haben sich gelohnt!
 
 


Es berichtet aus  Bramfeld, Frühschicht, Tor 1, Winfried Hinz

Als um 05:15 der Kleintransporter mit den ver.di Materialien kommt, sind genug KollegInnen zum ausladen und aufbauen da.
10 Minuten später ist es nicht mehr zu übersehen, heute wird bei Otto gestreikt.
Das jetzt schon die ersten gewerblichen MitarbeiterInnen kommen überrascht mich, aber eigentlich ist es noch sehr ruhig
Jetzt ist es 06:00 Uhr, das Wetter gar nicht so schlecht, trotzdem haben wir ein Zelt aufgebaut. Getränke und belegte Brötchen sind vorhanden, jetzt kann es losgehen.
Die Streikenden werden langsamem mehr.

 
 
Mittlerweile ist es 06:40 Uhr, viele auch nicht organisierte KollegInnen haben sich uns angeschlossen und hier ist eine ganz dolle Stimmung.
Eine in der Nähe wohnende Kollegin ist mit Ihrem Fahrrad noch einmal nach hause gefahren und mit einer Flasche Sekt wieder gekommen.
Immer wieder gibt es Sympathiebekundungen von vorbei fahrenden Autos.
Ab 07:00 Uhr lässt der Spaß deutlich nach. Die gewerblichen MitarbeiterInnen der Frühschicht sindmittlerweile alle da und von den Angestellten gibt es kaum positive Resonanz. Die einzige Ausnahme bildet das Kundencenter Hamburg, hier schließen sich aus allen Schichten KollegInnen unserem

Streik an. Nach 09:00 Uhr fängt es leider an zu nieseln, dies wird auch den ganzen Tag so bleiben. Vor unserem Streiklokal, in der Haldesdorfer Straße, im Jever Treff stehen jedoch genug Zelte, so dass alle KollegInnen im trockenen sitzen und hier ihr gemeinsames Erlebnis Streik ausklingen lassen können. Um 12:30 Uhr eine kurze Besprechung vor dem Tor II. Alle Eingänge werden wieder besetzt, ab 13:20 Uhr rechnen wir mit den Bussen der Spätschicht.
3 Busse werden vor dem Tor abgefangen und wir KollegInnen auf sich uns anzuschießen. Etwa die Hälfte der KollegInnen schließt sich uns an. Dann fahren 3 Busse auf das HEW Gelände, es geling uns nicht in die Busse zu kommen.
Den vierten Bus stoppen wir auf der HEW Einfahrt, ¾ der
 
  KollegInnen steigen aus. Vor dem Bus waren die Anspannung und eine leichte Unsicherheit der KollegInnen deutlich zu spüren. Dies änderte sich auf dem Weg zum Streiklokal, die Kolleginnen sind fröhlich und stolz auf Ihren Mut. Unter den Streikenden sein, dies ist ein leiser Triumph.
Kurz vor 16:00 Uhr kommen die Busse für die Spätschicht der Retourenstelle. Als die KollegInnen uns sehen, fangen Sie an zu klatschen und winken. Die Busse halten und alle KollegInnen, bis auf die Busfahrer und die unterwegs zugestiegenen Führungskräfte verlassen die Busse.
17:00 Uhr im Streiklokal – Musik und tolle Stimmung und endlich sitzen!
Alle die mitgemachten haben, haben eine ganz neue Erfahrung - Sie hatten viel Spaß und können erahnen was Frau/Mann gemeinsam erreichen kann
 
 
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