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Als ich vor 10 Jahren das erste Mal gewählt wurde, war
das Thema Schwerbehinderung fast ein Tabu. Es gab anfangs
eine sehr langsame Vorwärtsentwicklung, die dann stetig
immer schneller wurde. Später gesellten sich immer mehr
Menschen hinzu, die im Einsatz für Behinderte eine soziale Aufgabe
sehen und Freude an jedem Erfolg haben. Meine Freude daran
ist, dass ich diese Entwicklung stetig mit anschieben konnte.
In der Rampe wurde sehr viel aus der
Behindertenarbeit und über Erfolge berichtet _ du wirst aber an fast
keiner Stelle genannt. Wie kommt das?
Natürlich berührt mich das und ich empfinde es ein wenig
so, wie in der Politik. Wer sich in einer Partei nicht immer
konform verhält, erfährt wenig Förderung. Damit muss man
zurechtkommen. Mein Wunsch ist es, dass Kolleginnen und
Kollegen, insbesondere die Behinderten, die Hintergründe
erkennen. Letztlich zählt nur das Ergebnis der Arbeit.
Bist du mit deinen Erfolgen zufrieden?
Wer sich für andere einsetzt, möglichst schnell etwas
erreichen will, der kann nie zufrieden sein. Zufriedenheit hieße Stillstand.
Wie geht es jetzt weiter?
Ich mache meine Arbeit weiter. Die Ergebnisse daraus sind
das Einzige, was zählt. Außerdem haben diejenigen, die mich
einmal gewählt haben, ein Anrecht darauf, dass ich mich für
sie einsetze. Bei einem einzigen Schicksal geholfen zu haben
und ein fröhliches Echo zu erhalten, ist mehr wert als ein
Zeitungsartikel. Der nächste Mensch kommt bestimmt, folgt auch
das Echo . . . ist es gut!
Das Interview für den PULSSCHLAG führte Sinisa Marsicevic |