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Ausgabe Nr.5
November 2002

Arbeitszeiten und Flexibilisierung - wovon soll man leben ?
Spendensammlung für Flutopfer
Der SB – Vertrauensmanns berichtet:
... die menschliche Seite ist heute besonders wichtig. (Über Aktivitäten der ver.di-Betriebsgruppe in Hamburg)
Defekte Arbeitsmittel
Betriebsratswahlen `02
Mitgliederversammlung am 26.09.02
Interview mit dem Schwerbehindertenvertreter Joachim Lamps
Gewerkschaft und Betriebsrat: Unterschiedliche Aufgaben - bewährte Kooperationen
 
 

 
Interview mit dem Schwerbehindertenvertreter Joachim Lamps

Wie bist du eigentlich zur Schwerbehindertenvertretung gekommen?

In den ersten 11 Jahren als Betriebsrat wurde ich auf eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen aufmerksam, die eigentlich immer zu kurz kam. Als ich 1992 gefragt wurde, ob ich kandidieren wolle, habe ich nicht lange überlegen müssen.

Wieso hat man dich gefragt?

Die Antwort liegt sicherlich in dem, wofür ich mich immer eingesetzt habe, Gerechtigkeit für alle. Jede/r ist in unserem Unternehmen auf ihre/seine Art wichtig und einzigartig.

Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen?



 
 

Als ich vor 10 Jahren das erste Mal gewählt wurde, war das Thema Schwerbehinderung fast ein Tabu. Es gab anfangs eine sehr langsame Vorwärtsentwicklung, die dann stetig immer schneller wurde. Später gesellten sich immer mehr Menschen hinzu, die im Einsatz für Behinderte eine soziale Aufgabe sehen und Freude an jedem Erfolg haben. Meine Freude daran ist, dass ich diese Entwicklung stetig mit anschieben konnte.

In der Rampe wurde sehr viel aus der Behindertenarbeit und über Erfolge berichtet _ du wirst aber an fast keiner Stelle genannt. Wie kommt das?

Natürlich berührt mich das und ich empfinde es ein wenig so, wie in der Politik. Wer sich in einer Partei nicht immer konform verhält, erfährt wenig Förderung. Damit muss man zurechtkommen. Mein Wunsch ist es, dass Kolleginnen und Kollegen, insbesondere die Behinderten, die Hintergründe erkennen. Letztlich zählt nur das Ergebnis der Arbeit.

Bist du mit deinen Erfolgen zufrieden?

Wer sich für andere einsetzt, möglichst schnell etwas erreichen will, der kann nie zufrieden sein. Zufriedenheit hieße Stillstand.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich mache meine Arbeit weiter. Die Ergebnisse daraus sind das Einzige, was zählt. Außerdem haben diejenigen, die mich einmal gewählt haben, ein Anrecht darauf, dass ich mich für sie einsetze. Bei einem einzigen Schicksal geholfen zu haben und ein fröhliches Echo zu erhalten, ist mehr wert als ein Zeitungsartikel. Der nächste Mensch kommt bestimmt, folgt auch das Echo . . . ist es gut!

Das Interview für den PULSSCHLAG führte Sinisa Marsicevic

 
 
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