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Stress als Krankmacher
- die tägliche Überforderung
Ein kürzlich verlesener
anonymer Brief veranlasste mich, einen Artikel, den ich vor über einem
Jahr schrieb aber nicht veröffentlichte, neu zu überarbeiten und jetzt
doch zu veröffentlichen. Dieses Thema wird leider immer dramatischer.
Viele Kollegen klagen über Teilabbau von Arbeitsplätzen
(Kolleginnen und Kollegen mit Vollzeitverträgen gehen in den
wohlverdienten Ruhestand, ihre Arbeitsplätze
werden aber nicht alle neu besetzt und die neuen Kolleginnen oder
Kollegen bekommen nur noch Teilzeitverträge)
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Komprimierung von
Arbeitsabläufen (auch wenn erst mal nur als
Test", doch auf Dauer folgt der bittere
Alltag)
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neue veränderte Arbeitszeiten
(um noch flexibler zu sein)
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Einführung neuer Schichten
(auch Einsatz von Leiharbeitskräften)
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Einführung von Gleitzeit im
gewerblichen Bereich
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Rückkehrgespräche, die diesen
Namen in der so geführten Form eigentlich nicht verdienen
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Dauerbelastungen von
Führungskräften (Prognosen, Projekte und Umsetzung, Umsatz etc.) und
dadurch zu wenig Kontakt mit den Mitarbeitern.
Im Einzelnen sicher sinnvolle Maßnahmen, doch in der Summe mit immer deutlicher werdenden
gesundheitlichen Folgen:
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Erschöpfungssyndrome
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Psychosomatische
Erkrankungen, z.B. Hörstürze
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Suchterkrankungen (Alkohol und
Tabletten, nur zwei der bekanntesten)
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Erkrankungen der Gelenke und
Wirbelsäule
Nach eventuell überstandener
Krankheit der beschriebenen Art erfolgen zu
häufig Rückkehrgespräche, etwa mit
dem Inhalt: Wann wird das mit Ihren ewigen Krankheiten besser?", oder
Jetzt müssen wir uns etwas einfallen
lassen, denn so geht das nicht weiter", oder Was gedenken Sie dagegen zu tun?"
Diese und ähnliche Fragen werden
von vielen als eine Entlassungsdrohung empfunden und erzeugen
zusätzlichen Druck, der Teufelskreis beginnt. Dieser unselige Kreis muss doch
endlich mal zu durchbrechen sein. Die Ignoranz der vielen Einzelprobleme hat uns in
der Summe dahin geführt, wo wir heute stehen. Wir sind nicht Maschinen,
bei denen kaputte Teile entsorgt und einfach gegen neue eingetauscht
werden! Wenn es so weiter geht, werden wir vergeudet.
Deshalb werden wir uns wohl in
Zukunft immer mehr mit diesen Schwierigkeiten befassen müssen. Einen Lichtblick
gibt es jedoch: Auf den Betriebsversammlungen hat unser Betriebsrat ganz klar
gefordert, die bestehenden guten Mitarbeiterpotenziale zu nutzen und
diese gezielt einzusetzen. Es gibt also intelligente Lösungen.
Bei Otto stecken noch große
Potentiale ... für uns alle!
Peter Grußendorf
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