ver.di Betriebsgruppe bei Otto (GmbH &  

Co KG)
   home
   wir über uns
   ver.di Vertrauensleute
   Info Mail
   Pulsschlag
      ver.di Zeitung für
      die Firma Otto
   ver.di Links
   Links die Frau / Mann
       kennen sollte
   Bilder
   Forum
   Intern
   Impressum
 

 
   

 

     
 
Ausgabe Nr.6
März 2003

Stress als Krankmacher - die tägliche Überforderung
Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar
Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst
Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier
Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr
Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?
Was tun mit dem Warengutschein?
Die Wahl unserer Schwerbehindertenvertretung
Was war das noch mal ?
Hat der Verkauf der Krankenhäuser wirklich nichts mit uns zu tun?
Jede Menge gute Gründe, warum Sie in der Gewerkschaft sein sollten:
 
 


Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte

Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar

Die wirtschaftliche Lage und die konjunkturellen Aussichten in Deutschland sind durch Unsicherheit und schlechte Stimmung unter den Unternehmen und Verbrauchern gekennzeichnet. Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich noch einmal verschärfen.
Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach stellt seit 1949 die Frage: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnung oder mit Befürchtungen entgegen?". Noch nie haben so viele (2/3) mit „Befürchtungen" geantwortet.

  • In besonderer Weise ist unsere Branche, der Einzelhandel, von dieser Lage faktisch fehlender Wirtschaftskraft sowie emotionaler Sorgen der Bürger und Konsumenten betroffen.

  • 30.000 Beschäftigte des Einzelhandels verloren 2002 ihre Arbeit.

  • Die Betroffenheit ist nicht überall gleich, . . . sie unterscheidet sich besonders zwischen den Interessen der Arbeitshabenden zum Nachteil der Arbeitssuchenden.

  • Erfreulicher ist, dass es gelingen wird, das sehr unbefriedigende Ergebnis des Vorjahres zu verbessern und dies gelang in bester Tradition eines verantwortlich geführten Familienunternehmens, nicht durch Abbau von Arbeitsplätzen!

  • Wir werden uns dieser Diskussion, dass es jetzt an der Zeit ist, mehr Geld zu verteilen, so nicht stellen! Erst muss ver.di bereit sein, selbst Verantwortung für Arbeitsplatzsicherung zu übernehmen.

All das und noch mehr hörten wir als Einleitung zu unseren diesjährigen Betriebsversammlungen von unserem Vorstand Personal, Herrn Schrader.
Aus den genannten Punkten folgert Herr Schrader, eine Umkehr könne nur gelingen, wenn jetzt grundlegende Strukturreformen in zentralen Bereichen, wie der Arbeitsmarktordnung, der Altersversorgung, dem Gesundheitswesen und dem Bildungssektor, konsequent in Angriff genommen werden. Hier gelte es: „Über viele Jahre gebildete Verkrustungen aufzubrechen und Entscheidungen zu treffen, um die Angebotsbedingungen der Wirtschaft nachhaltig zu verbessern und die im Wirtschaftssystem bestehenden Antriebskräfte frei zu setzen."
Spätestens an dieser Stelle setzten bei vielen regelmäßig die Medien verfolgenden Kolleginnen und Kollegen jene berüchtigten Bauchschmerzen ein, die angeblich nur durch einen enger geschnallten Gürtel kuriert werden können.
Strukturreformen, konsequent in Angriff genommene Arbeitsmarktordnung, wir die „Arbeitshabenden", mit Interessen zum Nachteil der „Arbeitssuchenden". . .
Bei alldem rutschte die eine oder der andere unmerklich tiefer in die ansonsten gut besetzten Stuhlreihen. Eine erneute Aufrichtung soll da wohl nur durch die Freisetzung der im Wirtschaftssystem bestehenden Antriebskräfte möglich sein, doch sind eben diese Antriebskräfte durch jahrelange Verkrustung gefangen.
Hier stellte sich wieder einmal die alte Frage ob Argumente durch Wiederholung wirklich wahr werden und wenn ja, wann?
Ihre Wirkung haben Wiederholungen allemal, denn leider glauben immer mehr „Arbeitshabende" sowie „Arbeitssuchende" daran, durch ihre vielen Ansprüche auf soziale Netze und andere teuere und überholte Leistungen, für die wirtschaftliche „Misere" mitverantwortlich zu sein. Durch die Annahme, ausgerechnet zwischen „Arbeitshabenden und Arbeitssuchenden" bestünde ein Interessenkonflikt, wird der Druck gegenüber beiden Gruppen, die Gürtel enger zu schnallen, besonders deutlich.
„Weniger verdienen, um den Arbeitsplatz zu behalten und noch weniger um einen zu bekommen". . . bei „noch weniger" liegt der Interessengegensatz!
Wenn also beide nur auf ihre unflexiblen und durch das moderne Wirtschaftswunder überholten Ansprüche verzichten, ist der Gegensatz überwunden und dem Standortwachstum sind keine Grenzen mehr gesetzt . . . wenn das alles bloß so einfach wäre.
Die Gewerkschaften (und für den Einzelhandel ver.di) haben u.a. die Aufgabe, die gerechte Verteilung von Arbeitsbedingungen, Zeit und Geld für uns ArbeitnehmerInnen, mindestens jährlich zu verhandeln. Ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht, keine Kollegin und kein Kollege hat bisher die „in ewig gleichen Ritualen erhandelten" Prozente, Urlaubstage und weitere (noch bestehende) ver.diente Leistungen zurück gewiesen.
Auch deshalb macht ver.di weiter. Wir alle haben etwas davon: Kaufkraft, Wohlstand und sozialen Frieden!
Trotz alledem hieß es bei Otto auch in diesem Jahr:
„Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben." Das finden alle „Ottonen" uneingeschränkt gut!
Mindestens drei Fragen bleiben dennoch nicht geklärt:

  1. Wenn Millionen von Arbeitslosen und noch mehr Millionen von Arbeitnehmern Verzicht leisten müssen, wer kauft morgen noch (und mit welchen Zuwachsraten) im Einzelhandel und bei Otto ein?

  2. Wenn Gewerkschaft angeblich keine Verantwortung für Arbeitsplatzsicherung übernimmt, wieso sind dann ArbeitnehmerInnen in Volkswirtschaften mit hohem gewerkschaftlichen Organisationsgrad (z.B. noch in Deutschland) immer noch deutlich besser vor Kündigungen geschützt und die Arbeitslosenquote insgesamt niedriger?

  3. Otto setzt seit seiner Gründung unternehmerisch und sozial Eckpunkte und zwar innerhalb sowie außerhalb unseres Unternehmens.

Läutet der wirtschaftspolitische Ton, den Hr. Schrader anstimmte, eine andere Richtung ein?
Der nächste Bauchschmerz kommt bestimmt, doch gibt es Möglichkeiten, damit es nicht ganz so weh tut, z.B. Einigkeit und Recht und Freiheit - die eigentlichen Antriebskräfte von ver.di.
Es gibt noch viel zu ändern und immer mehr zu bewahren, treiben wir´s an - gemeinsam!

Siniša Maršicevic

 
 
Grafik: Mitglied werden
 Mitglied werden
 
 Wer verdient was?
 Wer verdient was?
 
 Warum ver.di?
 Warum ver.di?
 
 Arbeitslosengeld II
 Arbeitslosengeld II
 
 Fragen & Antworten
 Fragen & Antworten
 
 Entgelt & Anderes
 Entgelt & Anderes
 
 Arbeitszeugnisse
 Arbeitszeugnisse
 
 Für Aktive
 Für Aktive
 
 Mitgliederzeitung
 Mitgliederzeitung
 
 ver.di-Nachrichten
 ver.di-Nachrichten
 
 ver.di im Web
 ver.di im Web
 
 SeniorInnen
 SeniorInnen
 
 Wissen im Angebot
 Wissen im Angebot
 
 Zusatznutzen
 Zusatznutzen

Nützliche
Programme:

Acrobat Reader
Flash Player