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Ausgabe Nr.6
März 2003

Stress als Krankmacher - die tägliche Überforderung
Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar
Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst
Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier
Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr
Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?
Was tun mit dem Warengutschein?
Die Wahl unserer Schwerbehindertenvertretung
Was war das noch mal ?
Hat der Verkauf der Krankenhäuser wirklich nichts mit uns zu tun?
Jede Menge gute Gründe, warum Sie in der Gewerkschaft sein sollten:
 
 


Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst

Vorab, mein allgemeiner Eindruck: Wie auch in Hamburg war es in Löhne, Burbach und Ohrdruf recht ruhig. Die vormals wiederholt angesprochenen „Nebenthemen", wie Kantine, Leistungsdruck oder wechselnde Arbeitszeiten, wurden erst gar nicht benannt. Die Sorge um die Arbeitsplätze schien allerorts ein Grund für das Schweigen der Kolleginnen und Kollegen gewesen zu sein.

Die in diesem Jahr knapperen Reden von Geschäftsleitung und Betriebsrat kamen an. Am Beifall gemessen gefiel der erste Beitrag des neuen stellvertretenden BR-Vorsitzenden Uwe Rost am besten.
Die Beteiligung war in den drei Standorten höher als im Hamburger Betrieb - man konnte von und vor vollen Häusern sprechen.
Der Betriebsratskollege in Löhne, Kay Südmersen, stellte in einem soliden Beitrag die Fragen unserer westfälischen Kolleginnen und Kollegen. So sind z.B. HTS, Zentralisierung und die Altersversorgung angesprochen worden.
Fragen aus der Zuhörerschaft wurden jedoch nicht gestellt.
In Burbach und Ohrdruf gab es ebenfalls kaum freie Sitzplätze. Hier hatten die zusätzlichen Vertreter die Anliegen der Kolleginnen und Kollegen vorgetragen. Was hier aber auffiel, war die größere Anzahl von Fragen aus der Belegschaft . . .die meisten davon spiegelten Arbeitsplatzängste wider:

  • „Immer mehr Artikelgruppen werden abgezogen - was tun Sie, damit wir auch weiter genügend Arbeit haben?"

  • „Die vielen Zahlen interessieren uns nicht _ uns interessiert allein die Frage, wie sicher unsere Arbeitslätze sind."

  • „Kann es passieren, dass auch wir eines Tages HTS-Mitarbeiter sind? Wie sieht es dann mit unserem Verdienst aus und wer vertritt uns?"

Die Stichworte zur Besitzstandswahrung, wie schon in Hamburg verlautet, schienen die Gemüter dennoch zu beruhigen. Kritisch sehe ich jedoch die Antworten zur Zukunft der tariflichen Absicherung. Sinngemäßes Zitat: "Diese haben wir mit ver.di bis 2004 vertraglich geregelt." Es gab aber auch für die „Dezentralen" keinerlei Aussagen darüber, in welcher Form sie verlängert werden soll.
Zusammen haben wir nachdenklich zugehört - gefasst warten wir auf das, was da kommt.
Mein Fazit: Auch die Kolleginnen und Kollegen in den dezentralen Lagern arbeiten hart für unsere Kunden und den Erhalt unserer gemeinsamen Arbeitsbedingungen. Wir alle verdienen auch Gewissheit!

Joachim Lamps

 
 
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