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Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt
in Hartz-Papier
Es ist so weit, durch die
Personal-Service-Agenturen der Arbeitsämter umgesetzt, öffnet das Hartz
- Papier dem Handel mit Arbeitskräften Tür und Tor. Sechs Wochen
müssen Arbeitslose für einen Nettolohn in Höhe des Arbeitslosengeldes
arbeiten, bevor sie in die Tarife" der Ausleiher eingestuft
werden.
Durch diese Regelung werden
flächendeckend Billigjobs geschaffen, die das gesamte Beschäftigungssystem
umkrempeln. Normale" Arbeitsplätze
werden vermehrt mit Zeitarbeitskräften besetzt und die Stammbelegschaften
auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Dieser Drehtüreffekt schafft keine
neuen Arbeitsplätze, sondern einen Wettbewerb, der sich ungezügelt nach den
Gesetzen eines längst überholten Marktes reguliert. Es zählen nur noch
Angebot und Nachfrage und unser Preis wird kräftig nach unten gedrückt. .Die
Arbeitgeber müssen sich nicht mehr mit von den Gewerkschaften erkämpften
Rechten wie Kündigungsschutz,
Mutterschutz, Lohnfortzahlung bei Krankheit, lästigen Betriebsräten und noch
lästigeren Arbeitskämpfen abgeben. Die
geschätzten 500.000 Arbeitslosen, die auf den Markt drängen werden, geben
den Gewerkschaften keine Verhandlungsvollmacht, denn sie sind keine
streikbereiten Belegschaften, sondern Leiharbeiter, die heute hier und morgen dort
arbeiten, wie in alten Zeiten. Übrigens, in den meisten Ländern der dritten
Welt auch heute noch.
Hartz bedeutet also einen
weiteren Schritt zur Amerikanisierung des Arbeitsmarktes, nach dem Prinzip
heuern und feuern". Ein Wertewandel mit
eindeutiger Prognose: Verlust weiterer Beschäftigungsverhältnisse,
Massenarbeitslosigkeit und mehr Leiharbeit . . . die Drehtür.
Die ottoverdi-Betriebsgruppe lehnt
die Hartz-Gesetze ab, wir fordern auf, ja zu sagen, ja zur sozialen Marktwirtschaft!
Doris Schmidt
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