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Ausgabe Nr.6
März 2003

Stress als Krankmacher - die tägliche Überforderung
Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar
Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst
Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier
Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr
Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?
Was tun mit dem Warengutschein?
Die Wahl unserer Schwerbehindertenvertretung
Was war das noch mal ?
Hat der Verkauf der Krankenhäuser wirklich nichts mit uns zu tun?
Jede Menge gute Gründe, warum Sie in der Gewerkschaft sein sollten:
 
 


Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier

Es ist so weit, durch die Personal-Service-Agenturen der Arbeitsämter umgesetzt, öffnet das Hartz - Papier dem Handel mit Arbeitskräften Tür und Tor. Sechs Wochen müssen Arbeitslose für einen Nettolohn in Höhe des Arbeitslosengeldes arbeiten, bevor sie in die „Tarife" der Ausleiher eingestuft werden.

Durch diese Regelung werden flächendeckend Billigjobs geschaffen, die das gesamte Beschäftigungssystem umkrempeln. „Normale" Arbeitsplätze werden vermehrt mit Zeitarbeitskräften besetzt und die Stammbelegschaften auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Dieser Drehtüreffekt schafft keine neuen Arbeitsplätze, sondern einen Wettbewerb, der sich ungezügelt nach den Gesetzen eines längst überholten Marktes reguliert. Es zählen nur noch Angebot und Nachfrage und unser Preis wird kräftig nach unten gedrückt. .Die Arbeitgeber müssen sich nicht mehr mit von den Gewerkschaften erkämpften
Rechten wie Kündigungsschutz, Mutterschutz, Lohnfortzahlung bei Krankheit, lästigen Betriebsräten und noch lästigeren Arbeitskämpfen abgeben. Die geschätzten 500.000 Arbeitslosen, die auf den Markt drängen werden, geben den Gewerkschaften keine Verhandlungsvollmacht, denn sie sind keine streikbereiten Belegschaften, sondern Leiharbeiter, die heute hier und morgen dort arbeiten, wie in alten Zeiten. Übrigens, in den meisten Ländern der dritten Welt auch heute noch.
Hartz bedeutet also einen weiteren Schritt zur Amerikanisierung des Arbeitsmarktes, nach dem Prinzip „heuern und feuern". Ein Wertewandel mit eindeutiger Prognose: Verlust weiterer Beschäftigungsverhältnisse, Massenarbeitslosigkeit und mehr Leiharbeit . . . die Drehtür.
Die ottoverdi-Betriebsgruppe lehnt die Hartz-Gesetze ab, wir fordern auf, ja zu sagen, ja zur sozialen Marktwirtschaft!

Doris Schmidt

 
 
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