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Ausgabe Nr.6
März 2003

Stress als Krankmacher - die tägliche Überforderung
Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar
Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst
Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier
Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr
Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?
Was tun mit dem Warengutschein?
Die Wahl unserer Schwerbehindertenvertretung
Was war das noch mal ?
Hat der Verkauf der Krankenhäuser wirklich nichts mit uns zu tun?
Jede Menge gute Gründe, warum Sie in der Gewerkschaft sein sollten:
 
 


Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr

Ein/e jede/r kann Geld nur einmal ausgeben und man fragt sich, ob es nun auch noch nötig ist, dieses am Samstag zwischen 16.00 und 20.00 Uhr zu tun
Die jetzigen Ladenöffnungszeiten geben uns allen genügend Zeit zum Einkaufen. Immer mehr kleine und mittlere Einzelhändler dagegen, können sich aus Kostengründen jetzt schon nicht mehr leisten, ihre Läden täglich bis 20 Uhr zu öffnen.
Ursprünglich haben sich die Macher des bestehenden „liberalisierten" Ladenschlussgesetzes mehr Arbeitsplätze und auch mehr Umsatz versprochen. Nichts ist davon eingetroffen. Im Gegenteil, allein Karstadt hat im letzten Jahr über 7000 Kolleginnen und Kollegen entlassen! Die Umsätze im Einzelhandel sind dennoch rückläufig, jedenfalls jammert die Branche entsprechend.
Im Einzelhandel zu arbeiten ist wirklich ein hartes Brot: immer freundlich, höflich und zuvorkommend sein, stets zu Diensten des Kunden, auch wenn die Füße höllisch weh tun, Arbeitszeiten bis 20.00 Uhr _ und das alles für wenig Geld. Nun soll es auch der Samstag sein. Wenn andere Familien sich auf „Wetten das" oder den gemeinsamen Spieleabend freuen, hat Mama (oder auch Papa) erst Feierabend.
Es trifft in erster Linie Frauen und Mütter, viele davon sind Alleinerziehende. Es gibt keine Betreuungseinrichtungen die bis 20.00 geöffnet sind, schon gar nicht samstags.
Die längere Öffnungszeit am Samstag wird also nach „bewährtem" Muster auf die bestehenden und bereits wesentlich reduzierten Belegschaften im Einzelhandel verteilt und außer wesentlichen Einschnitten in deren Privat _ und Familienleben gibt es wieder nur weitere Klagelieder der Arbeitgeberverbände . . .
„euch ist nix recht aber uns geht´s schlecht".
Ist das die von allen politischen Parteien und Interessensverbänden hochgejubelte Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Doris Schmidt

P.S. Wenn die Samstage bis 20:00 Uhr zur Regelarbeitszeit werden, wird das bei Otto auch Auswirkungen haben, oder?

 
 
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