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Ausgabe Nr.6
März 2003

Stress als Krankmacher - die tägliche Überforderung
Betriebsversammlungen, Bauchschmerzen und Antriebskräfte Der gewerkschaftlich parteiische Kommentar
Betriebsversammlungen in den dezentralen Lägern, zusammen und gefasst
Leiharbeiter - Tagelöhner der Zukunft, verpackt in Hartz-Papier
Ladenschluss - das Thema rund um die Uhr
Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?
Was tun mit dem Warengutschein?
Die Wahl unserer Schwerbehindertenvertretung
Was war das noch mal ?
Hat der Verkauf der Krankenhäuser wirklich nichts mit uns zu tun?
Jede Menge gute Gründe, warum Sie in der Gewerkschaft sein sollten:
 
 


Die Quizfrage: Was passt besser zu Gewerkschaften?

A - Reformblockade, B - Aufschwung

„Die Wirtschaft eines Landes kann besser gedeihen, wenn viele Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert sind, sagt die Weltbank in einer Studie, die eine Abkehr vom traditionell eisigen Zugang dieser Institution zu Gewerkschaften kennzeichnet", so die Einleitung eines Artikels in der seriösen New York Times vom 12.02.03.
Ja liebe Kolleginnen und Kollegen, die ganz großen Wirtschaftskapitäne haben in der Tat eine Studie in Auftrag gegeben, in der mehr als 1000 Untersuchungen zu den Auswirkungen der Gewerkschaftstätigkeit auf die Wirtschaft ausgewertet wurden und diese am 12. Februar in Washington auch noch veröffentlicht. Und siehe da, „Gewerkschaften sorgen für Wirtschaftswachstum", heißt es in der Studie mit dem schönen Namen, „Wirtschaftliche Auswirkungen gewerkschaftlicher Organisation in der globalisierten Welt". In Ländern mit starken gewerkschaftlichen Strukturen und Flächentarifverträgen profitiert demnach nicht nur das einzelne Mitglied, indem es besser bezahlt wird, weniger arbeiten muss, länger beschäftigt und weniger diskriminiert ist. Auch die Wirtschaft ist insgesamt stärker. Arbeitslosenrate und Inflation sind niedriger und die Produktivität sowie die Fähigkeit, Krisen zu verarbeiten, hoch. All dieses nützt in der Regel beiden Seiten. Ein wesentlicher Punkt hierbei ist der soziale Frieden, denn weniger und kürzer andauernde Streiks seien „ein wichtiges Kriterium bei Investitionsentscheidungen in- wie ausländischer Unternehmen", sagt die stellvertretende Weltbankdirektorin Mamphela Ramphele. Die Weltbank ist also auf dem Wege der Vernunft. Merkwürdig nur, dass wir von unseren Politikern, Medien und Wirtschaftsweisen täglich eine Gebetsmühle hören, die sich immer schneller in die andere Richtung dreht. Bei Interesse allerdings fänden unsere „Wirte und Weisen" in der Studie auch die eigenen Positionen wieder. Die Autoren machen durchaus klar, dass sie die positiven Auswirkungen nicht allein den Gewerkschaften, sondern der Zusammenarbeit beider Sozialpartner zuschreiben. „Gemeinsame Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften sind ein wesentlicher Faktor für den Arbeitsmarkt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", heißt es im Bericht.

An dieser Stelle sei eine kurze Zusammenfassung erlaubt:

  • Arbeitnehmer haben natürliche, eigenständige Interessen.

  • Diese sind in einigen grundlegenden Punkten den eigenständigen Interessen der Arbeitgeber entgegengesetzt.

  • Dieser Interessensgegensatz ist notwendig, berechtigt und nicht weg zu diskutieren.

  • Gewerkschaften sind die einzigen Organisationen, die Interessen der Arbeitnehmer vertreten und das um so erfolgreicher, je mehr und aktivere Mitglieder sie stützen.

  • Die Umsetzung von Arbeitnehmerinteressen ist die wesentliche Voraussetzung für sozialen Frieden.

Wir hoffen, dass die eine und der andere mehr nun die richtige Antwort auf unsere Quizfrage kennen. Der Hauptgewinn ist eine klare Position:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kopf hoch und nicht die Hände!

Siniša Maršicevic

 
 
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