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Die Quizfrage: Was passt
besser zu Gewerkschaften?
A - Reformblockade,
B - Aufschwung
Die Wirtschaft eines Landes
kann besser gedeihen, wenn viele Arbeitnehmer gewerkschaftlich
organisiert sind, sagt die Weltbank in einer Studie, die eine Abkehr vom
traditionell eisigen Zugang dieser Institution zu Gewerkschaften
kennzeichnet", so die Einleitung eines Artikels in der seriösen New
York Times vom 12.02.03.
Ja liebe Kolleginnen und Kollegen,
die ganz großen Wirtschaftskapitäne
haben in der Tat eine Studie in Auftrag gegeben, in der mehr als 1000
Untersuchungen zu den Auswirkungen der Gewerkschaftstätigkeit auf die Wirtschaft
ausgewertet wurden und diese am 12. Februar in Washington auch noch
veröffentlicht. Und siehe da, Gewerkschaften sorgen für
Wirtschaftswachstum", heißt es in der Studie mit dem
schönen Namen, Wirtschaftliche
Auswirkungen gewerkschaftlicher Organisation in
der globalisierten Welt". In Ländern mit
starken gewerkschaftlichen Strukturen und Flächentarifverträgen profitiert
demnach nicht nur das einzelne Mitglied, indem es besser bezahlt wird, weniger
arbeiten muss, länger beschäftigt und weniger diskriminiert ist. Auch die
Wirtschaft ist insgesamt stärker. Arbeitslosenrate und Inflation sind niedriger
und die Produktivität sowie die Fähigkeit,
Krisen zu verarbeiten, hoch. All dieses nützt in der Regel beiden Seiten.
Ein wesentlicher Punkt hierbei ist der soziale Frieden, denn weniger und kürzer
andauernde Streiks seien ein wichtiges Kriterium bei
Investitionsentscheidungen in- wie ausländischer
Unternehmen", sagt die stellvertretende Weltbankdirektorin Mamphela
Ramphele. Die Weltbank ist also auf dem Wege der Vernunft. Merkwürdig nur, dass wir
von unseren Politikern, Medien und Wirtschaftsweisen täglich eine
Gebetsmühle hören, die sich immer schneller in
die andere Richtung dreht. Bei Interesse allerdings fänden unsere Wirte und
Weisen" in der Studie auch die eigenen Positionen wieder. Die Autoren
machen durchaus klar, dass sie die positiven Auswirkungen nicht allein den
Gewerkschaften, sondern der Zusammenarbeit beider Sozialpartner zuschreiben.
Gemeinsame Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeberverbänden und
Gewerkschaften sind ein wesentlicher Faktor
für den Arbeitsmarkt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit", heißt es im Bericht.
An dieser Stelle sei eine kurze
Zusammenfassung erlaubt:
-
Arbeitnehmer haben natürliche,
eigenständige Interessen.
-
Diese sind in einigen
grundlegenden Punkten den eigenständigen
Interessen der Arbeitgeber entgegengesetzt.
-
Dieser Interessensgegensatz ist
notwendig, berechtigt und nicht weg zu diskutieren.
-
Gewerkschaften sind die
einzigen Organisationen, die Interessen der Arbeitnehmer vertreten und das
um so erfolgreicher, je mehr und aktivere Mitglieder sie stützen.
-
Die Umsetzung von
Arbeitnehmerinteressen ist die wesentliche Voraussetzung für sozialen Frieden.
Wir hoffen, dass die eine und der
andere mehr nun die richtige Antwort auf unsere Quizfrage kennen. Der Hauptgewinn ist eine klare Position:
Liebe Kolleginnen und
Kollegen, Kopf hoch und nicht die Hände!
Sinia Maricevic |
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