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Neoliberale Welle
erreicht nun auch Otto
Im Januar 2004 kündigte der Otto Vorstand einen größeren Arbeitsplatzabbau in
Hamburg an. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen etwa 400 bis 500 Stellen in
der Verwaltung gestrichen werden. Der Vorstand ist bisher nicht bereit in diesem
Zusammenhang betriebsbedingte Kündigungen aus-zuschließen.
Die Geschäftsführung will bis zum 1. September die Lager Löhne, Burbach und
Ohrdruf aus der Firma Otto (GmbH & Co KG) herauslösen und in die Hermes Logistik
Gruppe eingliedern. Neu eingestellten KollegInnen soll künftig statt des
Einzelhandelstarifs, der wesentlich schlechtere Logistiktarif gezahlt werden.
Einen Tarif, der in Thüringen knapp über dem Sozial-hilfeniveau liegt.
Inzwischen hat sich der Vorstand bereit erklärt, mit dem Betriebsrat eine
Besitzstandsvereinbarung abzuschließen. Außerdem wird ver.di eine
Tarifkommission bilden, um auch die neuen Kolleginnen und Kollegen in den 3
Lägern tariflich besser zu stellen, als der Speditionstarifvertrag es vorsieht.
Noch im Jahr 2004 werden die Kundencenter Berlin, Bremen, Hannover, Kob-lenz,
Köln und München geschlossen. Die heute noch vorhandenen 280 Arbeitsplätze wird
es dann dort nicht mehr geben, doch an anderen Standorten sollen sie zu
(niedrigen Lohnkosten?) teilweise wieder aufgebaut werden.
Gleichzeitig wird dieser Anlass genutzt, in den noch bestehenden 18
Kundencentern die Einkommen der KollegInnen zu drücken. Die Verrechnung der
übertariflichen Zulagen wurde mit der Begründung "nur so können die anderen 18
Kundencenter gehalten werden" angekündigt.
Dass diese Maßnahmen in Hamburg, Löhne, Burbach, Ohrdruf, Berlin, Bre-men,
Hannover, Koblenz, Köln und München geeignet sind "unsere Leistung zum Markt und
zum Kunden deutlich zu verbessern“ * und "in Zukunft schneller, flexibler und
besser auf Kundenwünsche zu reagieren" ** bezwei-feln wir.
* Zitat Dr. Peer Witten
** Zitat Hans-Otto Schrader
auf der Betriebsversammlung am 1. März 2004
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