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Ausgabe Nr.7
Mai 2004

Neoliberale Welle erreicht nun auch Otto
Betriebsversammlung am 1. März 2004 – Brennpunkt GPO
Betriebsversammlung in den Außenlagern Löhne, Burbach und Ohrdruf
Tarifarbeit 2004 - Einschneidenste Veränderungen seit Bestehen unserer Tarifverträge bahnen sich an.
Mitgliederentwicklung
 
 


Betriebsversammlung in den Außenlagern Löhne, Burbach und Ohrdruf

Eines hatten alle drei Versammlungen gemeinsam:
Die Reihen waren gut gefüllt, verständlich, denn alle wollten wissen: „Wie sieht unsere Zukunft aus? Wie geht es nach der Umwandlung von Otto zu HTS weiter?“
Der zuständige Direktor für die dezentralen Betriebe und HTS, Herr Herwig, bemühte sich, die Mitarbeiter von der Notwendigkeit der vom Unternehmen getroffenen Entscheidung zu überzeugen. Die beabsichtigte Beruhigung erreichte er nicht.
Was die Kolleginnen und Kollegen erwarteten, war eine Zusage bezüglich Sicherheit und Be-sitzstand.
Nach den Reden von Herrn Schrader, Herrn Krützfeldt und Herrn Rost wurden wenige Fragen dazu gestellt, da alle drei deutlich sagten, dass Verhandlungen hierüber erst Ende März mit ver.di statt finden. Man hat sich für eine frühzeitige Bekanntgabe entschieden, noch bevor alles in trockenen Tüchern ist. Es wurde den Kolleginnen und Kollegen zugesichert, aus diesem Grund weitere Betriebsversammlungen in diesem Jahr durchzuführen.

Die erste Versammlung im Lager Löhne begann eher ruhig. Zu einem heftigen Wortwechsel kam es nach einem Zwischenruf, der den Betriebsrat “blauäugig“ nannte. Dabei wurden verträgliche Übergangsregelungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen gefordert. Bis auf die Aussage, dass der Betriebsrat sich dafür einsetzen würde, gab es kein konkretes Ergebnis.

Im Lager Burbach war es von Anfang an lebhafter. Zwei Themen fielen besonders auf:

  1. Wenn von Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit gesprochen wird, warum werden dann die Kosten künstlich hochgetrieben? Die Lagermiete im eigenen Haus ist um ein vielfaches höher, als die ortsüblichen Lagermieten - das versteht niemand.

  2. Kolleginnen und Kollegen hatten an Dr. Otto geschrieben und unter anderem die seit Jahren beklagte Umlagerung von Artikeln zu Heine, Baur usw. kritisiert. Die logistisch begründeten Antworten von Herrn Herwig, konnten die Kolleginnen und Kollegen jedoch nicht zufrieden stellen. Konkurrenzfähigkeit wird nicht durch das Absenken von Löhnen und Gehältern erreicht! Auch die überhöhten Mietkosten bei Otto gefährden Arbeitsplätze!

Im WVZ Ohrdruf antwortete die Belegschaft auf das Kostenargument mit einer präzisen Aufzählung von Missständen, die seit Jahren benannt wurden und die Kosten für Otto und für die Arbeitsplätze bis heute in die Höhe treiben. Der Hinweis darauf, dass mit der geplanten GPO alles besser werden würde, ist kein Trost. Schließlich geht es um Arbeitsplätze und Einkommenshöhen – und zwar jetzt!

Inzwischen steht der Otto-Betriebsrat in intensiven Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über eine Besitzstandswahrung für alle bisher in den drei Lagerstandorten beschäftigten Otto-Kolleginnen und Kollegen. Diese Besitzstandswahrung soll nicht nur die bisherigen Löhne absichern, sondern auch künftige Lohnerhöhungen ermöglichen. Der Otto-Betriebsrat ist hierbei bereits ein erhebliches Stück vorangekommen und hat hierüber mündlich die Kolleginnen und Kollegen in den drei Lagerstandorten informiert.
ver.di möchte, dass alle bisherigen Kolleginnen und Kollegen gut und vernünftig abgesichert werden, wie der Betriebsrat es gerade verhandelt. Außerdem soll es auch für alle zukünftigen Kolleginnen und Kollegen bessere Regelungen geben, als die derzeitigen Speditions- und Logistiktarife beinhalten. Dies gilt insbesondere für Thüringen.
ver.di wird deshalb in den drei betroffenen Lägern Kolleginnen und Kollegen für die zwei erforderlichen Tarifkommissionen NRW und Thüringen wählen, um mit der Otto-Unternehmensleitung in Verhandlungen darüber einzutreten, wie die künftigen Arbeitszeiten und die Tariflöhne und Gehälter sein sollen. Möglichst bereits im Mai wollen wir dazu die Verhandlungen mit den Arbeitgebern aufnehmen.


Die Erwartungen an BR und ver.di für die anstehenden Verhandlungen sind sehr, sehr hoch. Packen wir´s an!

 
 
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