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Ausgabe Nr.7
Mai 2004

Neoliberale Welle erreicht nun auch Otto
Betriebsversammlung am 1. März 2004 – Brennpunkt GPO
Betriebsversammlung in den Außenlagern Löhne, Burbach und Ohrdruf
Tarifarbeit 2004 - Einschneidenste Veränderungen seit Bestehen unserer Tarifverträge bahnen sich an.
Mitgliederentwicklung
 
 


Tarifarbeit 2004
Einschneidenste Veränderungen seit Bestehen unserer Tarifverträge bahnen sich an.


In diesem Jahr finden bekanntlich keine Tarifverhandlungen statt – trotzdem wird viel bewegt:

1. Der Manteltarifvertrag wird umgeschrieben damit die Paragraphen verständlicher werden.
Das finden wir ohne wenn und aber gut!

2. Das Projekt innovative Tarifpolitik = PiT:
Die Lohn- und Gehaltstarife sollen bei den Berufsbezeichnungen und Eingruppierungen auf den aktuellen Stand gebracht werden.

  • Stand heute:
    Viele Berufsbilder aus den Tarifverträgen gibt es nicht mehr, andere, neue Berufsbilder stehen in keinem Tarifvertrag. Viele berufsübliche Tätigkeiten sind weggefallen, andere Aufgaben sind im Laufe der Jahre hinzugekommen.
    Beispiel: Zu der Zeit, als die Tarifverträge letztmalig grundlegend geändert wurden, gehörte die Arbeit mit einem Computer ins Arbeitsfeld der höheren Angestellten. Für die AOK war der Computer schon ein Entscheidungsmerkmal für die Frage: „kaufmännische oder gewerbliche Tä-tigkeit ?“ Heute dagegen arbeitet schon fast jede/r am PC.

  • Was aus unserer Sicht geändert werden muss:
    Alle Tätigkeitsmerkmale müssen nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten neu bewertet werden (Schwierigkeitsgrad, Belastung, Verantwortung = Wert der Arbeit). Blumige Tätigkeitsbezeichnungen, wie heute üblich, müssen nach exakten Kriterien zu beurteilen sein. Gespräche und entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen sind bereits angelaufen, wir werden euch/sie über PiT auf dem Laufenden halten.

  • Die Arbeitgeber wollen Bezahlung nach Leistung neu regeln:
    Das heißt, sie möchten ein Mindestgehalt unterhalb des jeweiligen Tariflohns/Gehalts (Ta-rif=100%), der Rest soll dann durch noch nicht definierte leistungsbezogene Entgelte „ausgeglichen“ werden. Wenn also jemand seine Leistung mal nicht schafft, gibt´s z.B. nur 85% Gehalt!

  • Wir wollen dagegen:
    Ein korrektes Bewertungssystem, das für alle Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar ist. Wir arbeiten 100% und wollen auch dafür bezahlt werden, mit vollem Tariflohn/Gehalt. Mehr Leistung muss und kann auch nur zusätzlich bezahlt werden, oben drauf auf die 100%!
    Auch hierzu werden wir weiter informieren.

3. Ausbildungstarifverträge: Die neuen gesetzlichen Regelungen sehen unter anderem vor, dass die Ausbildungszeit für Verkäuferinnen und Verkäufer auf zwei Jahre verkürzt wird, die drei-jährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau/-kaufmann kann so wieder zur Ausnahme werden.
Wir fordern hier eine tarifvertragliche Regelung, der den Verkäuferinnen und Verkäufern nach Abschluss der zwei Jahre, einen Anspruch auf die Ausbildung zur/zum Einzelhandelskauffrau/-kaufmann sichert.

Also, Spannung in Erwartung der Ergebnisse und Mitmachen ist angesagt, denn:

Es gilt noch viel zu regeln, noch mehr zu verhandeln und am meisten gilt es zu verhindern, dass es weiter bergab geht, für uns alle!

 
 
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