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Extra Ausgabe
Aprill 2003

Inforunden zu Schadstoffen

Antworten und Gemeinsamkeiten, gesucht und gefunden

 
 


Überall auf der Welt gibt es Hersteller, von denen einige mit fragwürdigen Methoden und mit giftigen Stoffen produzieren. Dagegen muss man sich schützen.

OTTO hat sich schon vor Jahren weitsichtig gezeigt und den Umweltschutz auf seine Fahnen geschrieben. In einer Zeit, in der noch immer viel zu wenig Menschen auf Umweltverträglichkeit achten, in der andere Händler jede Ware ohne Bedenken ungeprüft verkaufen, leistet sich OTTO ein Prüflabor.

OTTOs Umweltpolitik finden wir grundsätzlich gut, denn ohne unser Labor wären die Schadstoffe erst gar nicht bemerkt worden!

Durch des Auftauchen der belasteten Artikel und die eingeleiteten Schutzmaßnahmen entstanden dennoch Ängste und Verunsicherungen, es kam zu Missverständnissen und Ratlosigkeit bei den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Viele Fragen blieben unbeantwortet. Nach intensiven Gesprächen mit Vertretern des BR, der ver.di Betriebsgruppe, und der Gewerkschaft, lud die Betriebsleitung und das Gesundheitsmanagement am 03.04.03 zu Informationsrunden für die Tag- und Spätschicht ein.

Aus unserer Sicht verliefen beide Inforunden sehr sachlich und informativ. Ängste führen leider häufig ins Gegenteil: Unsachlichkeit, Unwissenheit und noch mehr Angst. Diesmal ging es in die richtige

Richtung. Herr Dr. Kayser und Herr von Rabenau sind sehr ausführlich auf alle Sachfragen eingegangen. Fragen und Ängste z.B. zu Auswirkungen, zu möglichen Spätfolgen, Gefährdung von Schwangeren und viele mehr, konnten endlich gestellt werden und wurden auch klar beantwortet. Nach allem was wir heute wissen, können wir davon ausgehen, dass keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten war oder ist. Es wurde klar und deutlich erklärt, dass Handschuhe und Kittel zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen sind, das Tragen wurde ausdrücklich empfohlen. Nach medizinischer Einschätzung ist eine Gesundheitsgefährdung so weit minimiert, dass sie deutlich kleiner als in vielen Haushalten und Firmen ist. Wir erfuhren auch, dass die Rückholaktion der betreffenden Artikel in 20-40 Tagen abgeschlossen sein soll.

Wortbeiträge aus den Runden machten uns jedoch deutlich, dass im Umgang miteinander Verbesserungsbedarf besteht. Hier einige Stimmen:

Zum gleichen Zeitpunkt als die ersten Kunden informiert wurden, hätten auch wir informiert werden müssen.

Als klar war, dass es sich um Schadstoffe handelt, hätten wenige Sätze gereicht um uns nicht so sehr zu verunsichern: „ Bei einer Laborprüfung sind Schadstoffe festgestellt worden. Wir werden alle Mitarbeiter über spezielle Maßnahmen hinsichtlich möglicher Gefahren aufklären. Sollten sich jetzt schon Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte an. .

Ich würde mir einfach nur wünschen, so behandelt zu werden wie unsere Kunden.

Als ich meine Führungskraft fragte, warum ich einen Kittel tragen muss, bekam ich die Antwort: „ Damit es nicht so abfärbt."

Als allein erziehende Mutter und Teilzeitkraft hatte ich Schwierigkeiten die Betreuung meines Kindes zu organisieren, um zu dieser Zeit (16:30) hierher zu kommen. Mehrere Kolleginnen mit dem gleichen Problem haben mir gesagt, dass es ihnen wichtig gewesen wäre dabei zu sein, doch die meisten Frauen mit Kindern konnten nicht kommen. Eine Veranstaltung um 14 Uhr wäre gut gewesen.

Wir fassen zusammen:

Bei uns kam unüberhörbar der Wunsch an, dass rechtzeitige Information und offener Umgang mit allen Fragen nicht nur viele Ängste verhindern würde, sondern auch unser Betriebsklima nachhaltig positiv beeinflussen kann.

Die Kolleginnen und Kollegen haben mehrfach den Wunsch geäußert, dass einige ihrer Führungskräfte für den Fall, dass so etwas wieder vorkommt, anders vorgehen. Wir stimmen der Betriebsleitung zu, dass eine Führungskraft kein Spezialist auf allen Gebieten sein kann. Wir meinen jedoch, dass auf solche speziellen Fragen klar reagiert werden kann. Zum Beispiel, in dem man sagt, dass man die Fragen nicht beantworten kann, sich aber zeitnah um Ansprechpartner kümmern wird.

Teilzeitbeschäftigte Kolleginnen und Kollegen (gerade die mit Kindern) sollten bei der Organisation von Informationsveranstaltungen besser berücksichtigt werden.

Wir finden, dass alle genannten Anregungen und Kritikpunkte zu einem besseren Miteinander beitragen können. Für die Zukunft wünschen wir uns eine schnellere Einbindung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen und ihrer Interessensvertretungen bei solchen Themen.

PCP hat uns alle überrascht, verunsichert und die eine oder andere Reaktion ausgelöst. Der Umgang mit solchen Situationen, ist auch ein Spiegel unserer gegenseitigen Wertschätzung.

Die Inforunden waren ein gutes Beispiel.

Die ver.di Betriebsgruppe bei Otto

 
 
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